Der Theologe an der Krippe

Aktuelle Meldung vom: 21.12.2017

Weihnachtskrippe in München

Bonhoeffer an der Krippe

"[Bonhoeffer] stellt sich  [...] in die Reihe der Hirten und Könige bei der Krippe, die dorthin gelangt seien, 'nur weil sie einfach vom Stern angezogen werden, wie sie sind.' (DBW 8,  S. 247)" so lesen wir in dem Buch "Nur aus der Heiligen Schrift lernen wir unsere Geschichte kennen - Bibel und Biografie bei Dietrich Bonhoeffer" von Katharina D. Oppel (S. 174).

Auf dem Münchner Hauptbahnhof wurde dies wörtlich genommen: Dort kann man den Theologen und Widerstandskämpfer an der Krippe finden, deren Thema in diesem Jahr lautet "Bethlehem und die Märtyrer".

Im Folgenden zwei offizielle Pressetexte zur näheren Erläuterung des außergewöhnlichen Projekts:

 

Bethlehem und die Märtyrer


mit den Zusatzfiguren seligen Padres Z. Strzalkowski und M. Tomaszek sowie D. Bonhoeffer

Märtyrer heißt – wörtlich übersetzt: Blutzeuge. Der christliche Blutzeuge gibt sein Leben hin für Gott bzw. Jesus Christus. Er ist nicht bereit, seinen Glauben zu verleugnen. Hier bewahrheitet sich das Wort: die Liebe ist stärker als der Tod. Dass dazu Mut erforderlich ist, ja sogar außerordentlicher Mut
erforderlich ist, leuchtet sogleich ein.

Der polnische Dichterphilosoph Cyprian Kamil Norwid, hat das Wort geprägt: Der Sinn der Geschichte ist es, dass sich das Martyrium erübrigt. Leider ist diese Erwartung nicht in Erfüllung gegangen. Nicht nur die beiden totalitären Systeme des 20. Jahrhundert haben Millionen in den Tod geschickt. Leider gibt es darüber hinaus eine „Weltreligion“, die nicht zögert Andersgläubige zu töten – mehr noch – auch
auf grausame Weise. Alle geistigen Strömungen sollten alles daran setzen, die menschenverachtende Praxis aus der Welt zu schaffen.

So wie es weltweite Bemühungen gibt: die Friedensbewegung, Dialogbewegung, Bewegung für Gerechtigkeit… weltweit zu fördern, so sollten u.a. alle Parlamente der Welt alles daran zu setzen, um alle dunklen „Mächte“ an den Pranger zu stellen. Gerade Religionen haben die Berufung, Gewaltfreiheit durchzusetzen. Nichts in der Welt kann die abscheuliche Praxis rechtfertigen: gewalttätigen, grausamen Islamismus, bzw. ähnliche moralische
Entgleisungen hinzunehmen.

Witold Broniewski

 

Beschreibung Weihnachtskrippenausstellung Münchner Hauptbahnhof


In München organisiert der Verein „Christliches Bildungszentrum zur Förderung der polnischen Sprache, Kultur und Tradition in München e.V.“ zusammen mit der polnischen katholischen Gemeinde München und dem polnischen Generalkonsulat der Republik Polen in München die Ausstellung der Weihnachtskrippe am Münchner Hauptbahnhof in der Kassenhalle.

Am zweiten Adventssonntag 10.12.2017 fand eine feierliche Eröffnungsfeier mit ca. 200 Teilnehmern statt. Zu den geladenen Gästen gehören der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, der Erzbischof von München und Freising Reinhard Kardinal Marx, der Landesbischof der Evangelischen Kirche in
Bayern, Vertreter des Europaparlaments, Mitglieder des Landtages usw.

In der Vergangenheit haben der Erzbischof von München und Freising Reinhard Kardinal Marx und Friedrich Kardinal Wetter, sowie der griechisch-katholische Bischof Milan Chautur und der Europaparlamentsabgeordnete Bernd Posselt teilgenommen. Es wurden Grußworte von Vertretern der Kirchen, des Hauptbahnhofs, der Stadt und von verschiedenen Vereinen und Institutionen gehalten und polnische Adventslieder gesungen.

Die erste Ausstellung in München erfolgte 2007 und hat jedes Jahr eine neue Krippe und ein neues Thema. Nachfolgend sind die Themen der Krippen am Hbf München der letzten Jahre aufgelistet:
2007 Bethlehem und Europa
2008 Bethlehem und Europa
2009 Bethlehem und Europa
2010 Bethlehem und die Standhaften
2011 Bethlehem und die Zeugen des Evangeliums
2012 Bethlehem und die Obdachlosen
2013 Der Kleine Prinz in Bethlehem mit Antoine de Saint-Exupery
2014 Bethlehem und die Hungernden der Welt
2015 Bethlehem und die Verfolgten
2016 Bethlehem und die Menschenrechte
2017 Bethlehem und die Märtyrer


Entstehung der Krippe:


Eine solcher Weihnachtskrippen wurde zum ersten Mal 1996 am Stuttgarter Hauptbahnhof, initiert durch das „Christliche Bildungszentrum zur Förderung der polnischen Sprache, Kultur und Tradition in Schwäbisch Gmünd e.V.“ und Pfr. Prof. Witold Broniewski, ausgestellt. Seither zieht das Unterfangen Kreise: München, Freiburg, Frankfurt, Dortmund, Osnabrück, Münster Köln, Aachen, Karlsruhe, Nürnberg, Ludwigsburg, Görlitz. In den anderen europäischen Ländern: Bratislava, Wien, Rom, Krakau, Warschau, Prag…. Das sind ausgewählte Stätten, wo die Weihnachtskrippen ausgestellt wurden.


Herkunft Krippenfiguren:


Die Schüler, des für die Holzkunst bekannten Kenar-Lyzeums in Zakopane (Polen) fertigen die Figuren (ca. 1,30 m) innerhalb eines Jahres an. Neben der Heiligen Familie, den drei Königen und den Hirten werden dem entsprechenden Thema drei zusätzlich Figuren angefertigt. Zum Thema „Bethlehem und die Märtyrer“ werden die Zusatzfiguren die seligen Padres Zbigniew Strzałkowski und Michał Tomaszek sowie Dietrich Bonhoeffer.


Wie sehen wir den Ort bei der Krippe?


Als Ort der Begegnung, der Gespräche, des Dialogs, des Austauschs, als Oase der Besinnung, des Schauens, des Friedens. Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs zwischen den internationalen katholischen, orthodoxen, griechisch-katholischen, evangelischen Christen sowie weiteren Religionen.


Weshalb „Krippen der Solidarität“?


Bei dem alljährlich wechselnden Gegenwartsbezug wollen wir besonders folgende Personen nicht vergessen: die Schwachen, die Armen, die Fremden, die Kinder, die Flüchtlinge, die Frauen… Bis hin zu den Gottsuchenden und Kulturschaffenden.
Wenn Menschen nicht zur Krippe kommen, muss die Krippe dort stehen, wo die Menschen sind.


Krippenkonzept:


biblisch, ökumenisch, interkulturell, international, gegenwartsbezogen, offen.

Ausgestellt wird in „offenen Räumen“. Am Münchner Hauptbahnhof wird die Ausstellung am zentralsten Ort der Kassenhalle des Bahnhofs gezeigt. Die offene Räumlichkeit ermöglicht einen breiten Zugang für das Publikum.


Ehrenamtliche, kirchliche und städtische Ämter stärken uns den Rücken.


Hubert Karolak
Organisationsleitung

 

Für das Bildmaterial danken wir Hubert Karolak und Christian Fleck.

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