21. Bonhoeffer-Tag

Aktuelle Meldung vom: 10.02.2018

Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn

‚Heimat – zwischen Verlust, Suche und Ankunft’
Einladung zum 21. Bonhoeffertag in Friedrichsbrunn

Am Sonntag, den 26. August 2018 findet der jährliche Bonhoeffertag im Garten des Bonhoefferhauses und in der Bonhoefferkirche in Friedrichsbrunn statt.
Sehr lebendig und anschaulich hat die jüngste Tochter der Eltern Karl und Paula Bonhoeffer die Ferienaufenthalte im Ferienhaus der Familie in Friedrichsbrunn geschildert. Sie gibt diesem Abschnitt ihrer Aufzeichnungen den trefflichen Titel: „Friedrichsbrunn war Sommer, war Freiheit, war Heimat.“

Da liegt es nahe, als Tagesthema für den 21. Bonhoeffertag das hochaktuelle Stichwort ‚Heimat’ zu wählen. Dieses Wort scheint momentan Hochkonjunktur zu haben und ist doch in seiner Geschichte und Gebrauch sehr ambivalent. Es enthält in sich Sehnsüchte wie Verlusterfahrungen. Es strömt Wärme aus, hat für Manche aber auch den Beiklang der Enge. Es scheint nur den Singular zuzulassen, kann heute aber nur noch im Plural angemessen verwandt werden. Daher ist es gut, dass Susanne Dress, geb. Bonhoeffer das Stichwort ‚Freiheit’ hinzusetzt. Und dies findet sie in ihrer Kindheit, über Berlin hinausgehend, in dem kleinen Dorf im Ostharz, in Friedrichsbrunn.

Auch ihre ältere Schwester Sabine, die Zwillingsschwester Dietrich Bonhoeffers, weiß in ihren Lebenserinnerungen etliche Anekdoten aus den Ferien in Friedrichsbrunn zu erzählen. Später muss sie mit ihrem Ehemann Gerd, ein getaufter Jude, und ihren Kindern ins Exil nach Großbritannien flüchten. Ihr Bruder Dietrich sieht sich in der Zelle in Tegel bei einer Fantasiereise auf den Wiesen Friedrichsbrunn liegen und nennt die Landschaft des Mittelgebirges den Ort, der ihn geprägt hat. Hier weiß er sich, wie von guten Geistern umgeben.
 
Aus seiner Lebensgeschichte wissen wir, wie sehr er – wie auch sein Bruder Klaus und andere Geschwister und Schwäger – ein Weltbürger war, der zugleich seine Heimat, seine Herkunftsfamilie und ihren Lebensort Berlin liebte. Das Tagebuch seiner zweiten USA-Reise kurz vor Kriegsbeginn ist durchzogen vom Heimweh nach seinen Eltern und Geschwistern, nach seinen Freunden und Vikaren, nach Deutschland, in das er zurückreisen und Widerstand leisten muss, um es nach der Katastrophe mit aufbauen zu helfen. Er kannte in seinem Leben ‚Heimat und Fremde’. Er wusste um ‚Heimat und Exil’.

Auf dem Hintergrund dieser familiären Erfahrungen und seiner theologischen Reflexionen greift der 21. Bonhoeffertag das Thema auf:

„Heimat – zwischen Verlust, Suche und Ankunft“.

Wie immer beginnt der Tag mit einem festlichen Gottesdienst im Garten des Bonhoefferhauses. Nach dem Mittagessen sollen ‚Heimat’- Erfahrungen unter den Teilnehmer*innen ausgetauscht werden. Der Nachmittag in der Bonhoefferkirche steht unter dem Thema:
„Heimat und Fremde – im Leben Bonhoeffers und in den Erfahrungen einheimischer und geflüchteter Menschen in Deutschland“.

Propst Dr. Ulrich Lincoln, der mehrere Jahre Auslandspfarrer in der deutschen Gemeinde in London war, also dort, wo Dietrich Bonhoeffer zwei Jahre in der Fremde intensiv die Ereignisse im Nazi-Deutschland und in der Bekennenden Kirche verfolgte, wird referieren über ‚Heimat und Exil bei Dietrich Bonhoeffer’.
Seine Impulse sollen aufgegriffen und erweitert werden in einem Podiumsgespräch unter der Beteiligung von Renate Zöller, Journalistin und Autorin des Buches ‚Heimat-Annäherung an ein Gefühl’ und Daniel Ziemer, Mitarbeiter der Stiftung Flucht, Vertreibung und Versöhnung.
So hoffen wir, dass sich die Erfahrungen und Einsichten der Bonhoefferfamilie einst mit den Erfahrungen von Menschen in der Nachkriegszeit und heute angesichts von Flucht und Vertreibung, Heimatverlust und Heimatgewinn verbinden lassen.

Wer Lust und Freude hat, am 26.August 2018 nach Friedrichsbrunn (Ortsteil von Thale) in den Ostharz zu kommen, ist herzlich eingeladen. Ein Besuch des Bonhoeffertages lässt sich gut mit einem Kurzurlaub im wunderschönen Harz verbinden, um mit Susanne Dress, geb. Bonhoeffer zu sagen ‚Friedrichsbrunn, der Harz ist Sommer, Freiheit und Heimat.’

Hier finden Sie das Programm:

21. Bonhoeffertag
Sonntag, 26. August 2018
Heimat - zwischen Verlust, Suche und Ankunft


11.00 Uhr    Festlicher Gottesdienst


im Garten des Bonhoeffer-Hauses, Waldstraße 7
(bei schlechtem Wetter / Regen in der Kirche)
mit dem Posaunenchor Thale, Leitung Christine Bick
Predigt: Pfarrerin Ruth Ziemer, Wernigerode / Liturgie: Pfarrer Ulrich Lörzer, Aschersleben
       
anschließend Mittagsimbiss vom Grill

13.15 Uhr    Da ist meine Heimat - Da bin ich Zuhaus'


Heimat- Erfahrungen im Gespräch
       
14.00 Uhr    in der Bonhoefferkirche


Heimat und Fremde - im Leben Bonhoeffers und in den Erfahrungen einheimischer und geflüchteter Menschen in Deutschland
       
Kurzvortrag über Heimat und Exil bei Dietrich Bonhoeffer von Propst Dr. Ulrich Lincoln, Wolfsburg
und
Podiumsgespräch über Verlust, Suche und Ankommen in der Heimat:


Renate Zöller, Journalistin und Autorin des Buches 'Heimat-Annäherung an ein Gefühl', Hürth bei Köln
Daniel Ziemer, Mitarbeiter der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin
unter der Beteiligung von Propst Dr. Ulrich Lincoln, Wolfsburg

Moderation: Pfr. Christoph Carstens, Vorsitzender von 'Bonhoefferhaus Friedrichsbrunn e.V.', Quedlinburg
       
15.30 Uhr     Kaffee und Kuchen im Garten des Bonhoefferhauses zusammen mit dem Kindergarten des Kirchspiels (in Planung)

Hinweise zum Ort und zur Anreise finden sich auf der website:
www.bonhoeffer-haus-friedrichsbrunn.de

Die Adresse: Waldstraße 7
06507 Thale OT Friedrichsbrunn

E-Mail-Adresse: bonhoeffer-haus|bei|online.de
Telefon: 06484-989052 oder 0160-7719401

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