Ein geistlicher Liederabend über Dietrich Bonhoeffer

Aktuelle Meldung vom: 10.12.2020

Programmm für einen Bonhoeffer-Abend

Stefanie Golisch hat ein Programm für einen musikalischen Bonhoeffer-Abend oder Gottesdienst entwickelt.

Dabei hat sie auch das kleine Stück von Heinrich Schütz „O süßer, o fröhlicher“ aus Heinrich Schütz, Fünf kleine geistliche Konzerte für eine Singstimme und Orgel [Heinrich Spittal (Hrsg.), Edition Peters Nr 4174] aufgenommen. Daran hatte sich Bonhoeffer am vierten Advent (19.12.1943) in seinem Brief an Eberhard Bethge erinnert und die Noten zu dem musikalisch beeindruckenden interpretierten „o“ richtig aus dem Kopf zitiert [vgl. DBW DBW 8, 247]. Darüber hatten wir bei unserer Jahrestagung 2013 nachgedacht und das bringt mich immer wieder neu zum theologischen Staunen.

Stefanie Golisch führt aus:

„Ich habe in den letzten Monaten das Programm
'Von guten Mächten - Ein geistlicher Liederabend über Dietrich Bonhoeffer'
erarbeitet.

Hier erzähle ich über Bonhoeffers Leben, zitiere seine Worte und bringe die Musik zu Gehör, die er liebte und aus der er seine Kraft zog. Es erklingen Arien und Choräle von Bach, Lieder von Wolff und Schubert u.a. Eine besondere Intensität wird dadurch geschaffen, dass ich mich selber am Klavier begleite.
Den Text des Abends hat der Autor und Regisseur Uwe Hoppe geschrieben, mit dem ich seit 10 Jahren musikalisch-literarische Programme erarbeite und damit in ganz Deutschland gastiere.

Da es für mich ein inneres Bedürfnis war, in dieser Zeit Dietrich Bonhoeffer zu Gehör zu bringen, habe ich eine 40 minütige Fassung konzipiert, so dass man diese als Gottesdienst den Menschen schenken kann.
Dieses Konzept habe ich nun schon verschiedene Male umgesetzt und viele weitere sind schon in Planung"


Nähere Verabredungen können mit Frau Stefanie Golisch www.stefaniegolisch.de getroffen werden.

 

Rezensionen

 

Pastor Frank Mühring
„Von guten Mächten“ – Bonhoeffer einmal anders …

Stefanie Golisch bringt uns durch Lieder großer Komponisten und durch Texte von Uwe Hoppe den Menschen Dietrich Bonhoeffer nahe. Das Leben des bekannten evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers wird von der musikalischen Seite aus erschlossen. Eindringlich und mit beeindruckender Intensivität interpretiert die Mezzosopranistin Lieder von Johann Sebastian Bach, Hugo Wolf, Franz Schubert und anderen, die zum Kosmos des Kulturprotestantismus jener Zeit gehören.

Das Leben Dietrich Bonhoeffers, der selbst ein großartiger Pianist war, wird durch die clevere Liedauswahl neu erfahrbar gemacht. Stefanie Golisch wechselt technisch versiert zwischen Sprech- und Singstimme hin und her. Briefe und Gedichte Bonhoeffer werden meisterhaft zitiert. Die Lieder sind der „Kraftraum“ des Theologen, in den uns die Sängerin immer tiefer hineinzieht. Die Texte von Uwe Hoppe lassen Facetten einer pastoralen Gestalt kennen, die darauf wartet, aus der kirchlichen Umklammerung frei gelassen zu werden, um allen Menschen bekannt gemacht zu werden.

 

Pastorin Anne Ziegler
Eine außergewöhnliche Andacht zum 9. November, dem Gedenktag der Novemberpogrome, erlebten am Montagabend die Gottesdienstbesucher in der Apostelkirche. Stefanie Golisch brachte ihnen den Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer nahe, den Menschen, Theologen und Musiker. Bonhoeffer wuchs in einer musikalischen Familie auf und war ein begabter Pianist, in dessen Leben Musik eine wichtige Rolle spielte. Jetzt spielte und sang Stefanie die Lieder, die ihn in seinem Leben begleiteten, ihm Trost und Kraft gaben auf seinem Weg. Bonhoeffer hätte leicht in die USA emigrieren können, aber er hatte sich bewusst entschieden bei seiner Kirche zu bleiben, Widerstand zu leisten.
Er schöpfte noch in seinen zwei letzten Lebensjahren, die er im Gefängnis verbrachte, Kraft aus der Quelle seines tiefen, reflektierten Glaubens.
Wer seine Gedichte und Gebete einmal gehört hat, den lassen sie nicht mehr los, weil sie so trefflich einfangen, was jeder zu sich selber ehrliche Mensch schon einmal empfunden hat.
Während andere ihn im Gefängnis als „gelassen, heiter und fest“ empfanden, „wie ein Gutsherr, der aus seinem Schloss tritt“ wenn er aus seiner Zelle kam, so nagten an ihm die Zweifel: „ Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?“
Stefanie Golisch schaffte es statt mit einer Predigt einfach durch ihren Mix aus Gesang, Bericht und Zitat die Menschen anzurühren und sie anzuregen wie Bonhoeffer auf Gott zu vertrauen: Singend im Herzen, dankbar zu Gott im Gebet gewandt. So gingen alle nach Vaterunser und Segen gestärkt in den Abend.

 
 

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