Rückschau: Bonhoeffer-Kolloquium in Zürich

Aktuelle Meldung vom: 13.01.2015

Fraumünster und St. Peter in Zürich

Das 6. Internationale Bonhoeffer-Kolloquium fand vom 30.10. bis zum 1.11. 2014 am Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie der Zürcher Theologischen Fakultät stattfand. Teilgenommen haben Bonhoeffer-Forscher und Interessierte aus mehr als fünf Ländern. Das Kolloquium wurde durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziell unterstützt.


Was ist Theologie? Sollte sie versuchen, von Gott zu reden, oder beschäftigt sie sich primär mit dem religiösen Bewusstsein des Menschen? Unterscheidet sich Theologie grundsätzlich von anderen wissenschaftlichen Disziplinen, oder ist sie heute eine Kulturwissenschaft neben anderen? Aus den Perspektiven Dietrich Bonhoeffers und der Bonhoeffer-Forschung wurden diese und ähnliche Fragen in Zürich diskutiert. Im Zentrum standen dabei vor allem zwei Aspekte. Einmal wurde deutlich, dass die Frage nach der theologiehistorischen Einordnung Bonhoeffers, insbesondere hinsichtlich seiner Verhältnisse zur dialektischen Theologie und zur liberalen Tradition, nach wie vor von besonderem Interesse ist. Solche historische Arbeit ermöglicht ein tieferes Verständnis gegenwärtiger theologietheoretischer Debatten. Innerhalb dieser, so konnte andererseits festgestellt werden, bleiben Bonhoeffers Konzept der Theologie, sein Verständnis der Kirche sowie seine Bestimmung des Verhältnisses dieser beiden Grössen relevant. Obwohl beide je für sich selbstständig sind, stehen sie doch in gegenseitiger Zuordnung. Von Bonhoeffer her können jene Debatten daher konstruktiv begleitet werden. Denn: Theologie auch heute im Sinne Bonhoeffers als Funktion der Kirche zu verstehen, enthält ein kritisches Moment mit Blick auf beide – auf die Theologie und auf die Kirche.

Ein Tagungsband ist in Vorbereitung.

Michael Pfenninger, stud. theol.
michael.pfenninger|bei|uzh.ch  

Dominik Weyl, wiss. Assistent
dominik.weyl|bei|theol.uzh.ch
 

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