Karl Holl

Karl Holl

unknown photographer - early 20th century

Ab 1925 saß Dietrich Bonhoeffer zwei Semester lang in Holls Veranstaltungen. Er ließ sich begierig in Holls Verständnis von Luthers Rechtfertigungslehre einführen, stimmte dessem theologischen Ansatz jedoch nicht in vollem Umfang zu. Stattdessen kritisierte er Holls Interpretation von Luthers Glauben als einer ‚Gewissensreligion‘, weil ihm damit die Glaubensgewißheit im extra me bedroht schien.

Quelle:

Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer. Theologe – Christ – Zeitgenosse. Eine Biographie. Gütersloh9 2005.

HOLL, KARL, PROF. (1866-1926): wurde am 15.05.1866 in Tübingen geboren, studierte dort und war Vikar und Repetent am Tübinger Stift. Als Hilfsarbeiter ging er von dort nach Berlin an die Akademie der Wissenschaften. Nach seiner Habilitation kehrte er zunächst als Professor nach Tübingen zurück, bevor er nach Berlin zurückberufen wurde, wo er neben Adolf von Harnack die zweite Professur für Kirchengeschichte erhielt. Besondere Aufmerksamkeit in Holls Forschung fand Luthers Rechtfertigungslehre und dessen Verständnis von Kirche und Religion. Dafür setzte sich Holl mit Luthers Deutung des Römerbriefs auseinander und sah darin Luthers Suche nach einer Begegnung mit dem gnädigen Gott, zu der es aufgrund Luthers innerer Nöte kam. Aufgrund dieses Verständnisses für Luthers Texte wurde Holl von seinen Kollegen sehr geschätzt und seine Ergebnisse – Dazu gehört, dass Gott viele Weisen kenne, um aus dem Sünder einen Gerechten zu machen. – hatten eine weit reichende Wirkung. Am 23.05.1926 starb Karl Holl in Berlin.

Vita aus:

Delius, Walter, „Holl, Karl“, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 532 f. [Onlinefassung]; URL: www.deutsche-biographie.de/pnd118553054.html [08.06.2014].

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