Der Nachfolge-Gedanke Dietrich Bonhoeffers....

Aktuelle Meldung vom: 23.12.2014

Nachfolge ist ein Begriff, der viele Menschen gleich in seinen Bann zieht. Doch die Vorstellungen, was Nachfolge meint, sind oft sehr diffus. Diese Arbeit versucht einen Beitrag zur Klärung des Begriffs zu leisten.
Ausgangspunkt im I. Hauptteil ist Bonhoeffers Nachfolge (1937). Sie wird zunächst in ihren systematischen Grundlinien wahrgenommen und diskutiert. In einer anschließenden Untersuchung wird nach Faktoren gefragt, die diese Arbeit Bonhoeffers geprägt haben. Dabei kommen frühere Denkformen Bonhoeffers ebenso in den Blick wie die Frage nach den Adressaten und nach den Autorenintentionen. So werden bei Bonhoeffer eine theologische und eine programmatische Intention ausgemacht. Ein Blick auf Bonhoeffers Hermeneutik und die Berücksichtigung der zeitgeschichtlichen Situation des Kirchenkampfes runden das Bild ab. Auf Grundlage dieser prägenden Faktoren werden die so besonders geprägten Charakteristika des Werkes in einem weiteren Schritt nachgezeichnet und dargestellt. Dazu gehören z. B. die Wucht und die Radikalität Bonhoeffers, die sich bei der Christozentrik, der Betonung des Außerordentlichen, der Forderung des einfältigen Gehorsams und bei weiteren Themen zeigt. Um den Nachfolge-Gedanken Bonhoeffers nicht auf dieses Hauptwerk zu fixieren, werden im Weiteren noch Spuren des Nachfolge-Gedankens aus der Zeit des Erscheinens in anderen Quellen und in späteren Schriften Bonhoeffers hervorgehoben. Sie verändern die Akzentuierung.
Im II. Hauptteil wird zunächst auf eine eigene, zeitgleich entstandene Untersuchung desselben Autors zur Rezeption von Bonhoeffers Nachfolge in Theologie und Kirche Bezug genommen. Hat der I. Hauptteil ergeben, dass der Nachfolge-Gedanke Bonhoeffers heute nicht mehr unverändert vertreten werden kann, so unterstreicht die Untersuchung seiner Rezeption, dass die Vorstellungen von Nachfolge sehr disparat sind und eine Verständigung über den Begriff der Nachfolge hilfreich wäre. In diesem Sinn wird nach den Potentialen des Nachfolge-Gedankens in der Gegenwart gefragt. Als methodischer Ansatz wird der Begriff Nachfolge zunächst als eine Metapher erfasst und beschrieben. Diese Metapher wird sodann entfaltet. Das entfaltete Bild wird im nächsten Schritt im Sinne einer Selbstvergewisserung auf seine Kohärenz zu systematisch-theologischen Grundlinien kritisch beleuchtet und überprüft. Mit diesem Schritt wird der theologischen Intention Bonhoeffers entsprochen. Dabei kommen die üblichen Hauptstücke der Dogmatik in den Blick. Zuletzt wird der Versuch gestartet, auf der systematisch-theologisch gewonnen Grundlage zu fragen, wie der Glaube, wenn er als Nachfolge verstanden wird, Gestalt gewinnen kann. Dieser Durchgang nimmt die programmatische Intention Bonhoeffers auf. So entsteht eine Skizze, die an vielen Einzelthemen praxisnah verdeutlicht, wie ein Leben beginnen kann, das sich als Nachfolge versteht, und wie es im Dialog mit Gott und den Menschen zwischen Bedrohung (Kreuz) und Verheißung (Heiligung) Schritte des Vertrauens wagt und damit ins Ungeahnte aufbricht. Neben Bonhoeffer sind dabei Martin Luther, Karl Barth, Albrecht Schönherr und Frère Roger wichtige Gesprächspartner.

Betreuer:

Prof. Dr. Eilert Herms (Tübingen)

Kontakt:

Bernd|bei|Liebendoerfer.com

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