Bonhoeffers Vertrauen auf Gottes Vorsehung in seinem Leben

Aktuelle Meldung vom: 17.12.2018

„Gottes Hand und Führung“ – Dietrich Bonhoeffers Vertrauen auf Gottes Vorsehung in seinem Leben

1. Der ohnmächtige Gott und der allmächtige Vatergott


„Gottes Hand und Führung ist mir so gewiß, dass ich hoffe, immer in dieser Gewißheit bewahrt
zu werden. Du darfst nie daran zweifeln, daß ich dankbar und froh den Weg gehe, den ich geführt
werde.“

So hat Dietrich Bonhoeffer am 23.08.1944 aus dem Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis
in Berlin-Tegel an Eberhard Bethge geschrieben. Es ist die Zeit nach dem Scheitern des Attentats
auf Hitler, die Zeit also zu befürchtender akuter Bedrohung seines Lebens mit dem Tode
durch den Strang.

Wie kann sich da die Gewissheit bilden oder erhalten, von Gottes „Hand“ „geführt“
zu sein? Wofür ist ein Mensch, der einen solchen Weg im Todesschatten gehen muss, in
einer solchen Situation eigentlich „dankbar und froh“? Woher will er außerdem wissen, dass Gottes
Hand hier führt und nicht ganz andere Hände?

Wenn er gesagt hätte, er sei gewiss, auch auf diesem Wege von Gott nicht verlassen zu sein, dann könnte man das vielleicht besser verstehen. Aber „Führung“? – von Gott regelrecht in diese Situation gebracht worden zu sein – hat diese Gewissheit nicht auch geradezu etwas Schauerliches? Welches Bild von Gott steht eigentlich dahinter, wenn ihm das zugetraut wird? Und welches Bild vom Menschen soll man sich eigentlich machen, wenn er sich „dankbar und froh“ dieser Führung ins Verderben unterwerfen muss?

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