Jahrestagung 2019

Aktuelle Meldung vom: 17.04.2019

Vom 5. bis zum 8. September 2019 treffen wir uns zur Bonhoeffer-Jahrestagung auf dem Hainstein in Eisenach.

 

Thema:

Civilcourage.

Bonhoeffers Auseinandersetzung mit Antisemitismus,  Rassismus und völkischem Denken

 

Herzliche Einladung zur Jahrestagung 2019


„Civilcourage“ - das wird das Thema der kommenden Jahrestagung der ibg vom 5. - 8. September 2019, wieder im Haus Hainstein in Eisenach sein.

Menschen, die „Civilcourage“ zeigen, melden sich privat und öffentlich zu Wort, nennen Missstände unserer Gesellschaft beim Namen, überlassen nicht alle Verantwortung den Institutionen, „denen da oben“ oder schieben nicht alles einfach „den anderen“ zu. Sie versuchen nicht, sich aus allen Konflikten satt und zufrieden heraus zu halten, sich unbeteiligt zu geben oder ängstlich weg zu ducken. Sie engagieren sich und greifen ein, wenn Leib und Leben bedroht, Menschen diskriminiert oder ungerecht behandelt werden, wenn sich blinde Zerstörungswut und sinnlose Aggression austobt, auch dann, wenn Gefahren, Nachteile oder schlimme Konsequenzen für die eigene Person drohen. Sie tun das aus unterschiedlichen Gründen, letztlich um der Wahrheit und Gerechtigkeit, um der Mitmenschlichkeit und der Nachfolge Christi willen.

 

„Civilcourage“ - Dietrich Bonhoeffers Weg in den theologischen wie politischen Widerstand ist für viele ein prominentes Beispiel dafür.

Sie erfordert Mut, und ein solcher Mut, der sich zwischen Zweifel und Zuversicht entwickelt, ist nicht selbstverständlich.

Er ist Bonhoeffer in seiner biografischen und geschichtlichen Situation in der kritischen Auseinandersetzung mit antisemitischem, rassistischem und völkischem Denken (so der Untertitel der Jahrestagung) einer menschenfeindlichen, nationalsozialistischen Ideologie erwachsen.

Erstaunlich, ja erschreckend, wie leicht und schnell sich solche Ideologien verbreiten können und den Ton angeben, wie wenig intellektueller, politischer und moralischer Widerstand dagegen gesetzt worden ist und gesetzt wird.

Ist es Feigheit? Gleichgültigkeit? Dummheit? Warum ist es so schwer, gegen den Strom zu schwimmen und „Civilcourage“ zu zeigen? Und woher kommt ein solcher Mut, wenn er denn Menschen damals wie heute zum Aufstehen und Eingreifen bewegt, gegen alle Trägheit, gegen alle individuellen Bedenken und gesellschaftliche Konventionen? Was können wir für unsere Lebenssituation hier und heute von Bonhoeffer lernen? Denn auch unter uns heute ist „Civilcourage“ so nötig wie eh und je, selbst wenn sich Rahmenbedingungen, Umstände und Herausforderungen geändert haben und immer wieder ändern, vorwärts wie rückwärts.


So versucht schon der erste Hauptvortrag von Prof. Dr. Friedrich Lohmann am Donnerstag Abend, Bonhoeffers kritische und darum auch damals gefährlich provokante Auseinandersetzung mit Rassismus unter Einbeziehung von Fragestellungen und Ergebnissen aktueller Sozialforschung auf unsere Gegenwart zu beziehen.

Dr. Nadine Hamilton wird mit einem zweiten Hauptvortrag am Freitag Vormittag der Frage nachgehen, was sich im Blick auf Bonhoeffers schlagworthaft bekannte Stellungnahme zur „Judenfrage“ für eine grundsätzliche Verhältnisbestimmung von Kirche und Staat ableiten lässt, wenn es uns um die „wahre Kirche Gottes“ geht.

Und schließlich wird sich am Samstag Vormittag Dr. Judith Braun in einem dritten Hauptvortrag darüber Gedanken machen, wie Zivilcourage entsteht und was im Anschluss an Bonhoeffer aus religionspädagogischer Sicht dazu beigetragen werden kann. Man kann auf die Vorträge wie auf die anschließenden Diskussionen im Plenum wie in Arbeitsgruppen gespannt sein!

Auf das Tagungsthema abgestimmt ist natürlich - wie immer - auch das Rahmen- und Beiprogramm, das aus Film und Exkursion, Lesung und Musik sowie einem Forschungsforum besteht, auf dem laufende wissenschaftliche Qualifikations-Arbeiten zur Theologie Bonhoeffers einem interessierten Hörerkreis vor- und zur Diskussion gestellt werden. Einzelheiten dazu können Sie dem genauen Programmablauf der Tagung entnehmen. Ein besonderer Programmpunkt im Rahmen der öffentlichen Mitgliederversammlung am Samstag Vormittag, zu der alle Mitglieder der ibg hiermit ebenfalls herzlich eingeladen sind, wird auch die Verleihung des Bonhoeffer-Forschungspreises sein, der alle zwei Jahre ausgelobt wird. Selbstverständlich wird es auch Raum für Andacht und Gottesdienst geben sowie reichlich Gelegenheit zu persönlichen (Wieder-) Begegnungen und Gesprächen.

Zur Entlastung vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die „mit Kind und Kegel“ an unserer Tagung teilnehmen möchten - und auch als junge Familien im Haus Hainstein herzlich willkommen sind -, wird es wieder das Angebot einer pädagogisch qualifizierten Kinderbetreuung geben. Die Kosten für diese Betreuung übernimmt die ibg.

Ich bin sicher, dass wir alles in allem eine attraktive und fruchtbare Tagung erleben werden, und daher möchte ich Sie alle, die Sie diesen Text lesen, sehr herzlich einladen, sich für diese Tagung anzumelden und dabei zu sein.

In Vorfreude auf die thematischen Impulse und Anregungen, die wir mitnehmen werden, den persönlichen Austausch und das gesellige Zusammensein grüßt Sie - verbunden mit allen persönlichen guten Wünschen -

Ihr
Hartmut Rosenau      

 

Programm

 

Donnerstag, 5. September

18.30  Abendessen
20.00  Eröffnung der Tagung (Prof. Dr. Hartmut Rosenau)
          Grußwort: Dr. Rüdiger Bender
20.15  Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Lohmann: „Was hilft gegen den Rassismus? Dietrich Bonhoeffer im Gespräch mit aktueller Sozialforschung“
          Kurze Diskussion im Plenum (Moderation: Prof. Dr. Hartmut Rosenau)
21.30  Tagesausklang (Christina Vater)



Freitag, 6. September

8.00     Morgenandacht in der Kapelle (Dr. Manfred Ott)
8.30     Frühstück
9.30     Vortrag von Dr. Nadine Hamilton: „Die Judenfrage als Frage nach der wahren Kirche Gottes. Zum Verhältnis von Kirche und Staat bei Dietrich Bonhoeffer“
10.15   Kurze Diskussion im Plenum (Moderation: Dr. Kinga Zeller)
10.45   Kaffeepause
11.15   Arbeitsgruppen (Gruppenräume)
12.30   Mittagessen
14.00   Ausflug „30 Jahre Mauerfall“ Großburschla, Treffurt (Normanstein / Begegnung mit Bürgermeisterin) (Frau Vater)
14.30   Forschungsforum (Moderation: Prof. Dr. Gunther Prüller-Jagenteufel)
15.30   Kaffeeangebot im Haus
19.00   Abendessen
20.30   Tagesausklang (Dr. Christian Löhr)
20.45   Film-Angebot: „Einer trage des anderen Last“ (Wilfried Schulz)



Samstag, 7. September

8.00    Morgenandacht in der Kapelle (Dominik Weyl))
8.30    Frühstück
9.30    Vortrag von Dr. Judith Braun: „Zivilcourage entwickeln? Ein religionspädagogischer Beitrag im Anschluss an Dietrich Bonhoeffer“
10.15  Kurze Diskussion im Plenum (Moderation: Dr. Christian Löhr)
10.45  Kaffeepause
11.15  Arbeitsgruppen (Gruppenräume)
12.30  Mittagessen
15.00  Mitgliederversammlung
18.30  Abendessen
20.00  Lesung von Christoph Gann zu Fritz Bernstein: „Der Mensch liebt es nicht, gehasst zu werden“ - mit Musikbeiträgen von Anna Gann und Naoko Christ-Kato
          Tagesausklang (Dr. Gernot Gerlach)



Sonntag, 8. September

10.00  Gottesdienst in einer Kirche von Eisenach - Predigt: Prof. Dr. Hartmut Rosenau 

 

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