Flossenbürg

Am 28. Februar versuchten die Eltern noch einmal, Dietrich in der Prinz-Albrecht-Straße mit einem Brief zu erreichen. Aber schon am 7. Februar war er über Buchenwald und andere Stationen nach Flossenbürg gebracht worden. Die Familie erfuhr nichts. Maria von Wedemeyer suchte ihren Verloben in verschiedenen Lagern, auch in Flossenbürg, vergeblich.

In der Morgendämmerung des 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer im Lager Flossenbürg erhängt.

Erst im Juli erfuhr die Familie davon. Die Eltern hatten, wie so oft, den englischen Sender BBC eingestellt. Dort lief eine Trauerfeier für Dietrich Bonhoeffer. Dietrichs alte Freunde, der Bischof George Bell von Chichester und Franz Hildebrandt sprachen. Damit war der letzte Hoffnungsschimmer, dass Dietrich Bonhoeffer doch noch zurückkehren könnte, begraben.

Obwohl der Tod der vier Männer für die Familie ein entsetzlicher Verlust war, wusste sie doch, dass ihr Handeln im Widerstand notwendig gewesen war und dass es für sie keinen anderen Weg gegeben hatte.
So schrieb der Vater im Sommer 1945 an einen emigrierten Kollegen:

Daß wir viel Schlimmes erlebt und zwei Söhne und zwei Schwiegersöhne durch die Gestapo verloren haben, haben Sie, wie ich höre, erfahren. Sie können sich denken, daß das an uns alten Leuten nicht ohne Spuren vorübergegangen ist. Die Jahre hindurch stand man unter dem Druck der Sorge um die Verhafteten und die noch nicht Verhafteten, aber Gefährdeten. Da wir aber alle über die Notwendigkeit zu handeln einig waren und meine Söhne auch sich im Klaren waren, was ihnen bevorstand im Falle des Mißlingens des Komplotts und mit dem Leben abgeschlossen hatten, sind wir wohl traurig, aber auch stolz auf ihre gradlinige Haltung.

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