IBG spendet 10.000,- Euro für zerstörte Erinnerungsstätte

Aktuelle Meldung vom: 06.11.2014

Foto: Katharina Brand

Am 6. November 2014 übergaben Christina und Eberhard Vater als Vertreter der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft. Deutschsprachige Sektion in der Gedenkstätte Buchenwald eine Spende in Höhe von 10.000 Euro. Die Mittel sind für die Wiederherstellung und den dauerhaften Erhalt der Erinnerungsstätte für Dietrich Bonhoeffer, Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre bestimmt. Unbekannte hatten die Erinnerungsstätte in den frühen Morgenstunden des 25. Mai 2014 schwer beschädigt.
Die Internationale Bonhoeffer-Gesellschaft. Deutschsprachige Sektion hatte gezielt zu Spenden für die Wiederherstellung der Erinnerungsstätte aufgerufen. Bereits unmittelbar nach der Schändung Ende Mai hatte Professor D. Dr. Wolf Krötke für den Vorstand angekündigt, die Mittel zusammen zu bringen, die für die Wiederherstellung dieses Erinnerungsortes gebraucht werden. Im Ergebnis gingen viele Einzelspenden sowie eine Spende der Amadeu-Antonio-Stiftung ein.
In seinem Dank an die Internationale Bonhoeffer-Gesellschaft hob Professor Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora hervor: Wir sind tief beeindruckt vom herausragenden zivilgesellschaftlichen Engagement der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft. Sie hat die Gedenkstätte Buchenwald nicht nur unmittelbar moralisch, sondern nunmehr auch erheblich finanziell unterstützt, nachdem der Gedenkort für den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer und die ehemaligen Wehrmachtsoffiziere Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre geschändet worden war.
Mit den Spendenmitteln der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft und den bereits nach dem Paul-Schneider Gottesdienst am 18. Juli von der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Weimar übergebenen Spende in Höhe von fast 1.300 Euro kann die Gedenkstätte Buchenwald nicht nur die vollständige Wiederherstellung der Erinnerungsstätte finanzieren. Die bereits Mitte Juli beendeten Arbeiten umfassten die komplette Erneuerung der Gedenktafel aus Edelstahl. Darüber hinaus sind nun auch konservatorische Maßnahmen zugunsten einer noch besseren dauerhaften Sicherung des Gedenkortes möglich.
Am 25. Mai 2014 hatten unbekannte Täter die Erinnerungsstätte für Dietrich Bonhoeffer, Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre in der Gedenkstätte Buchenwald schwer beschädigt. Sie zerstörten eine Stufe des historischen Treppenzugangs und zerstörten die aus Edelstahl gefertigte Gedenktafel irreparabel. Trotz intensiver Bemühungen der Polizei fehlt von den Tätern bislang jede Spur.
Die Erinnerungsstätte im Bereich der ehemaligen SS-Kasernen wurde am 1. September 1999 eingeweiht. Seit 1990 hatten Teilnehmer an Workcamps unterschiedlicher Träger das Areal im zu DDR-Zeiten überwachsenen Kasernengelände am Steinbruch freigelegt. In einem dortigen Kellerarrest verbrachte Anfang 1945 der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer gemeinsam mit dem ehemaligen General Friedrich von Rabenau und Hauptmann Ludwig Gehre die letzten Wochen seines Lebens. Sie waren wegen ihrer Teilnahme an der Verschwörung gegen Hitler, die zum Attentat am 20. Juli 1944 führte, verhaftet und nach Buchenwald gebracht worden. Am 9. April 1945 wurden sie im KZ Flossenbürg ermordet, ihre Leichen verbrannt und die Spuren verwischt.

Dr. Philipp Neumann-Thein
Persönlicher Referent des Stiftungsdirektors
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Fon: 03643-430156
Mail: pneumann|bei|buchenwald.de

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