Friedrich Rabenau

An die Pfarrer und Amtsträger. Wort an die Geistlichen zum Sofortprogramm nach dem Umsturz.

Quelle:

Bildbiografie Dietrich Bonhoeffer. Bilder aus seinem Leben, herausgegeben von Eberhard Bethge, Renate Bethge und Christian Gremmels, © Gütersloher Verlagshaus GmbH, Gütersloh 2005

General Friedrich von Rabenau wurde am 24. Februar 1945 eingeliefert in das Bunkerkeller-Gefängnis im Außenbezirk des Konzentrationslagers Buchenwald. Dort teilte er die Zelle 1 mit Bonhoeffer. Beide genossen die Gesellschaft des anderen. Sie spielten miteinander Schach. Der General hatte nach seinem Abschied aus dem aktiven Dienst 1942 sein Lizentiaten-Examen an der Berliner theologischen Fakultät abgelegt; den dogmatischen Gesprächen in der Theologenzelle lauschten Mitgefangene interessiert. Bonhoeffer strahlte in der Haftsituation auf andere entspannten Frohsinn aus, wo möglich auf hohem intellektuellem Niveau. Am 3. April, Osterdienstag, brachte ein Holzvergaser-Wagen die Buchenwalder Gefangenen nach Regensburg ins Gerichtsgefängnis. Am Abend des 5. ging die Fahrt weiter nach Schönberg ins Schulhaus. Dort hielt auf Wunsch der Mitgefangenen Bonhoeffer am 8. April, dem Weißen Sonntag, einen Gottesdienst. Die Sippenhäftlinge in einem anderen Raum der Schule schmuggelten Bonhoeffer zu sich; aber ehe er auch ihnen eine Andacht halten konnte, holte man ihn ab und verbrachte ihn ins Konzentrationslager Flossenbürg, wo am 9. April die Verschwörer-Gruppe des Amtes Ausland/Abwehr, darunter Bonhoeffer, erhängt wurde; Rabenau soll in Flossenbürg am 12.4.1945 erschossen worden sein.

Quelle:

Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer. Theologe – Christ – Zeitgenosse. Eine Biographie. Gütersloh 92005, 1028f, 1032, 1038. DBW 16, 740

General der Artillerie, 1935-1943 Leiter des Heeresarchivs Potsdam, auch zuständig für die Gedenkstätte in Kreisau für den im Krieg Preußens gegen Frankreich 1870/71 siegreichen Feldmarschall Helmuth von Moltke. Ab 1940 Kontaktmann des Widerstands um Generaloberst Beck und Oberbürgermeister Goerdeler. 1942 verabschiedet aus dem aktiven Heeresdienst. Abschluss seines Studiums der Theologie (Dr. h.c., Lic. theol.). Nach dem 20. Juli 1944 verhaftet; am 12.4.1945 in Flossenbürg getötet.

Vita aus:

Bethge, Eberhard: Dietrich Bonhoeffer. Theologe – Christ – Zeitgenosse. Eine Biographie. Gütersloh 92005, 1028, 1038. DBW 16, Seite 894 im Personenverzeichnis

Sigismund Payne  Best

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