Veranstaltungen

 

Vom Letzten im Vorletzten.
Zentrale Themen reformatorischer Theologie bei Dietrich Bonhoeffer

  • Nachlese zur Jahrestagung 2017 in Berlin

Wir freuen uns, daß sich einige Teilnehmer bereit erklärt haben, über die Jahrestagung in Berlin 2017 zu berichten und ihre Eindrücke zu schildern.

Für die Bilder bedanken wir uns herzlich bei Christina Vater, Wilfried Schulz und Albrecht Häußler.

 

Dr. Katharina D. Oppel, München: Bericht über die Stadtrundfahrt Bonhoeffer in Berlin am Samstag, den 9. September 9.30 Uhr – 13 Uhr,

Im Rahmen der ibg-Jahrestagung 2017 gab es in diesem Jahr eine Berlin-Rundfahrt der besonderen Art. Vorbereitet von zwei besonders kenntnisreichen Stadt-Führern, Herrn Pfr. Brezger und Herrn Schulz, die beide auch in „Bonhoeffers Stadt“ leben.

Martin Dubberke, seit Oktober 2015 als Geschäftsführer selbst Bewohner des Bonhoeffer-Hauses in der Marienburger Allee 43 trug das seine dazu bei, dass wir diesen Ort als Treffpunkt der Bonhoefferschen Großfamilie erleben konnten. Trotz des Regens und des sehr gedrängten Programms fuhren 66 Personen mit. Ein großer Bus und ein zusätzliches Großraum Taxi waren nötig, so groß war das Interesse durch die verschiedenen Nationalitäten und Generationen. Auch diverse Umleitungen und Baustellen vermochten die  gute Stimmung nicht zu vertreiben.

Auch der Besuch in der Zionskirche beeindruckte, nicht zuletzt dadurch, dass Pfr. Brezger uns diesen Raum zum einen als Kirche von Bonhoeffers Konfirmandengruppe erschloss, sondern ebenso als Ort einer Gruppe junger Umwelt-Aktivisten, die seit 1987 unmittelbar die DDR-Friedensbewegung beeinflusste.

Herr Schulz hatte dankenswerterweise ein reich bebildertes Heft zusammengestellt, in dem man die vielen kleinen und größeren Plaketten und Gedenkorte die in Berlin mit Bonhoeffers Leben verbunden sind noch einmal Revue passieren lassen konnte. Ein für die Kürze der Zeit zugegebenermaßen sehr dichtes Programm, das dennoch ein sehr eindrückliches Erlebnis für alle Teilnehmenden war.

 

Ulrike Wendt, Bruderhof Bonhoeffer e.V.

Mit großer Vorfreude mache ich mich auf den Weg.

Diesmal Berlin - unsere geschichtsträchtige Hauptstadt. Beindruckend auf Bonhoeffers Spuren zu gehen - in sein Elternhaus - an seinem Schreibtisch zu  sitzen - in seiner Kirchezu stehen....

Randvoll war jeder Tag mit hervorragenden Vorträgen im Spannungsfeld zwischen Luther und Bonhoeffer, von excellenten  Referenten vorgetragen.

Zum Kennenlernen, Meinungsaustausch und zur Wiedersehensfreude, war Zeit während der guten leckeren Mahlzeiten.

Es ist ein Eintauchen in ein freundliches Miteinander voller Respekt und Würdigung von Alt und Jung , wo Kritik nicht verletzt.

Eingerahmt war jeder Tag von Morgen- und Abendandacht.  Der Sonntagsgottesdienst im Dom war für mich ein weiterer Höhepunkt.

Für mich und meine Arbeit hier im Bruderhof Bonhoeffer, waren die Tage wieder eine Kraftquelle, voll Ansporn , Hilfe und neuen Kontakten.

Danke für diese Möglichkeit!


Pfarrer Albrecht Häußler

Viele Teilnehmende verloren nie ganz das Gefühl, bei der Jahrestagung in Berlin in der Fremde zu sein. Zu sehr wurde die anheimelnde Atmosphäre des traditionellen Tagungsortes, Haus Hainstein in Eisenach, vermisst.

Dabei hatte der Tagungsort Berlin große Vorteile. In Berlin verbrachte Dietrich Bonhoeffer Kindheit, Jugend, Studium, Vikariat, Lehrtätigkeit und seine Haftzeit; die Hauptstadt ist der authentischere Bonhoefferort. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie wurde ein größerer Kreis Interessierter in die Jahrestagung einbezogen. Für Ferngereiste sticht Berlin als Verkehrsknoten auch ohne den BER-Flughafen Eisenach aus.

Dennoch ist die Vorfreude auf ein Wiedersehen in Eisenach auch bei mir groß!

Durch die Vorträge spann sich, neben anderen Ausführungen, ein roter Faden. Es ging um zugespitzte Aussagen der Reformatoren und Dietrich Bonhoeffers, wie sie zueinander standen, in Spannung, Opposition oder Gleichklang. Diese Zuspitzung drückte sich in der Reformation im „solus“ (allein) aus; formelhaft verwendet Bonhoeffer das „nur“. Beide Formulierungen beschreiben Ausschließlichkeiten. In einem ersten Vortrag standen sich „Solus Christus“ und „Christus als die Mitte“ gegenüber. Die „Mitte“ ersetzt hier das „nur“ in gleicher Bedeutung. Eine der Fragen war: Wie gehen wir im Kontext verschiedener Konfessionen und Religionen mit dieser Ausschließlichkeit um? In seinem Einführungsreferat brachte Pierre Bühler, Zürich, das Bild der Ellipse mit zwei Brennpunkten auf. Zur „Mitte“ Christus können wir auch andere Fragestellung und Erfahrungen als zweiten Brennpunkt stellen. In dem Sinn mahnte er eine „bescheidenere Christologie“ an. - Mit dem Verhältnis zwischen Gnade und Werken, Gehorsam und Glauben setzte Wilfried Härle, Heidelberg, das Nachdenken über Luther und Bonhoeffer fort. „Wie billig ist gratis?“ fragte er. Auch im Abendvortrag von Altbischof Huber wurde das „nur“ besprochen und relativiert. Die Zuspitzung bei Bonhoeffer hatte ihren Hintergrund in der alles unterwerfenden nationalsozialistischen Ideologie. Die einprägsamen „Nur-Sätze“ werden von Bonhoeffer so erweitert und ergänzt, dass sie vielfältige Möglichkeiten des Glaubens und der christlichen Verantwortung eröffnen.

Was im einzelnen gemeint war, kann in den Redemanuskripten nachgelesen werden, wenn sie in dem Bonhoeffer-Rundbrief erscheinen werden.

Aber es gab noch mehr. Ellipsengleich bildete das Forschungsforum an einem Nachmittag einen ganz eigenen Schwer- und Brennpunkt. Mit den Arbeiten von Almut Bretschneider-Felzmann, Luisa Seelbach und Dominik Weyl werden neue Felder der Bonhoefferforschung beschritten. Die Vorstellung ihrer Vorhaben vor einer Öffentlichkeit soll Anregungen geben und die Promoventen auf ihrem Weg bestärken.

Mit weiteren Vorträgen, Unternehmungen und Begegnungen hat sich Berlin als ganz eigener Brennpunkt erwiesen. Vielleicht lässt sich das Bild der Ellipse auch hier bedienen: In Zukunft in Eisenach als einem Brennpunkt und ...


 

 

 

 

Bonhoeffer-Haus Berlin
Bonhoeffer-Haus Berlin
Katharina D. Oppel
Pierre Bühler (ibg-Jahrestagung)
Christiane Tietz (ibg-Jahrestagung)
ibg-Jahrestagung 2017
Christiane Tietz (ibg-Jahrestagung)
Berliner Dom (ibg-Jahrestagung)
Wolfgang Huber
Dominik Weyl
ibg-Jahrestagung 2017
ibg-Jahrestagung 2017
Ferdinand Schlingensiepen
ibg-Jahrestagung 2017
ibg-Jahrestagung 2017
ibg-Jahrestagung 2017
ibg-Jahrestagung 2017

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